ű
ein Laut, kein Wort
Ein Buchstabe, den Unicode eigentlich nicht hat
Glyphen werden im Unicode dargestellt und von links nach rechts angeordnet. Da beide Schriften von rechts nach links geschrieben werden, dienen diese Zeilen der Übersicht und sind keine Faksimiles.
- Sound
- ű /yː/
- Position
- 14
- Group
- Vokale
- Unicode
- U+10CED
Die Lücke im Standard
Ű ist das lange ü und der einzige Buchstabe im modernen Rovás-Alphabet ohne eigenes Unicode-Zeichen.
Der altungarische Block enthält U+10CEA U, U+10CEB UU für das lange u sowie zwei Varianten von ü: U+10CEC Nikolsburg UE und U+10CED Rudimenta UE, benannt nach den beiden historischen Quellen, die sie überliefern. Es gibt jedoch kein UEE analog zu dem OEE, das für ő steht.
Die moderne Praxis nutzt daher die Rudimenta-Variante als ű. Eine Schreibvariante eines Buchstabens fungiert somit als eigenständiger Buchstabe: aus Konvention, nicht durch Codierung.
Warum die Lücke existiert
Weil die historische Schrift Vokallängen überhaupt nicht unterschied.
Das historische Rovás kannte keine langen Vokale als eigenständige Buchstaben. Die sieben langen Vokale des modernen Alphabets (á, é, í, ó, ő, ú, ű) sind eine Konstruktion der Wiederbelebung, entstanden durch die Zuordnung von Schreibvarianten und verwandten Lautformen zu Längenunterschieden, die das Original nie kennzeichnete. Unicode hat kodiert, was die Manuskripte enthalten, und die Manuskripte enthalten Varianten, keine Längen.
Wo eine historische Variante existierte, konnte die Wiederbelebung darauf aufbauen. Wo keine existierte, wie hier, musste improvisiert werden. Die Asymmetrie zwischen ő und ű macht diese Improvisation sichtbar.
Häufig gestellte Fragen
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