Astrolabien & MUL.APIN
Zuerst ordneten die Astrolabien jedem Monat drei Sterne zu; dann brachten zwei Tontafeln, benannt nach dem Pflugstern ihres Anfangs, den gesamten sichtbaren Himmel in ein System: sechsundsechzig Sterne und Sternbilder in drei Himmelsstreifen, ein Kalender ihrer heliakischen Aufgänge, die Bahn des Mondes durch achtzehn Konstellationen als Vorläufer des Tierkreises, die fünf Wandelsterne sowie die Schaltregeln und Uhren, die die babylonische Zeitmessung verlässlich machten.
- 2
- Tafeln
- 3
- Pfade des Himmels
- 66
- Sterne und Sternbilder
Aufbau des Kompendiums
MUL.APIN ist ein Ordnungssystem für das Firmament: Sternkataloge, Aufgangsdaten, der Mondpfad, Planetenperioden, Kalenderregeln und Uhren – jeder Abschnitt ein Werkzeug, zu dem die Vorzeichendeuter Nacht für Nacht griffen.
Der Pflug als Namensgeber
Wie die meisten Keilschrifttexte ist das Werk nach seinen Anfangsworten benannt, und diese Worte bezeichnen seinen ersten Stern: mulAPIN, den Pflugstern (Sternbild Pflug). Die Sternenliste eröffnet mit ihm, und das gesamte zweitafelige Werk wird seither unter dem Namen dieser einen Konstellation geführt.
Die drei Pfade des Himmels
Jeder Stern gehört zu einem von drei Streifen: dem nördlichen Pfad des Enlil, dem äquatorialen Pfad des Anu und dem südlichen Pfad des Ea. Der Aufgangspunkt eines Sterns am östlichen Horizont weist ihn seinem Gott zu. Es ist das älteste bekannte System, das den gesamten Himmel nach himmlischer Geographie ordnet.
Die sechsundsechzig Sterne
Der Eröffnungsabschnitt verzeichnet 66 Sterne und Sternbilder Pfad für Pfad mit ihren göttlichen Zuordnungen: den Pflug, den Greis, die Großen Zwillinge, den Himmelsstier, den Wahren Hirten des Anu, den Fisch, den Skorpion. Es ist die vollständigste überlieferte Karte des babylonischen Nachthimmels.
Der Aufgangskalender
Darauf folgt ein Zeitplan: Welche Sterne gehen an welchen Tagen eines idealisierten Jahres von 360 Tagen heliakisch auf, ergänzt um Sterne, die gleichzeitig mit dem Untergang anderer aufgehen. Damit konnten Gelehrte in jeder klaren Nacht den Himmel mit dem Kalender und den Kalender mit dem Himmel abgleichen.
Die Zenitsterne (Ziqpu-Sterne)
Eine eigene Liste nennt die Ziqpu-Sterne, die im Laufe der Nacht nacheinander den Zenit durchqueren. Der Blick auf den Stern im Zenit verriet in der Dunkelheit die genaue Nachtwache und Stunde; Berichte über Mondfinsternisse datierten ihre Beobachtungen exakt nach diesen Kulminationen. Eine astronomische Uhr aus Fixsternen.
Der Pfad des Mondes
Das Kompendium führt die Sternbilder auf, durch die der Mond Monat für Monat wandert: den Himmelsstier, die Zwillinge, den Krebs, den Löwen, die Ackerfurche, die Waage, den Skorpion, den Ziegenfisch, den Tagelöhner und ihre Gefährten – insgesamt 18 Gestalten. Jahrhunderte später auf zwölf gleich große Abschnitte reduziert, wurde diese Liste zum Tierkreis.
Die fünf Wandelsterne
Die zweite Tafel wendet sich den Wandelgestirnen zu, die keinen festen Platz einnehmen: Jupiter, Venus, Mars, Saturn und Merkur, mit den Zeitspannen ihrer Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit. Die Zahlen folgen schematischen Mustern statt exakter Theorie, bilden jedoch den Ausgangspunkt aller späteren Periodenrechnungen.
Schaltregeln für den Kalender
Zwölf Mondmonate sind kürzer als ein Sonnenjahr, weshalb der Kalender ohne Korrektur wanderte, bis ein dreizehnter Schaltmonat eingeschoben wurde. MUL.APIN formuliert die Kriterien: Man beobachtet die Stellung des Mondes zu den Plejaden und anderen Leitsternen; weicht der Himmel vom Kalender ab, wird geschaltet. Astronomie im Dienst der Reichsverwaltung.
Schatten und Wasser
Tabellen verzeichnen die Länge des Gnomonschattens am Tag und das Gewicht des Wassers in der Klepsydra (Wasseruhr) während der Nacht, wobei die längste Nacht im schematischen Verhältnis von 2:1 doppelt so lang wie die kürzeste gerechnet wird. Mit Schatten, Wasser und Ziqpu-Sternen deckt das Kompendium den vollen Tageslauf ab.
Der Vorläufer: Drei Sterne je Monat
MUL.APIN hatte Vorläufer: die sogenannten Astrolabien, die jedem Monat des Jahres drei Sterne zuweisen, jeweils einen aus jedem Pfad – 36 Sterne insgesamt, oft kreisförmig oder in Tabellen angeordnet. Das Kompendium übernahm, korrigierte und übertraf sie, doch die Astrolabien belegen, dass dieses Ordnungssystem bereits ein Jahrhundert zuvor entstand.
Der Vorzeichen-Anhang
Das Kompendium schließt mit einer Reihe von Himmelsvorzeichen. Diese Platzierung verdeutlicht den eigentlichen Anwendungszweck: Sternkataloge, Kalender und Uhren dienten dazu, die Omina der Reihe Enuma Anu Enlil rechtzeitig zu erkennen, zeitlich einzuordnen und exakt zu benennen. Astronomie entstand hier als Handwerkszeug der Divination.
Vierzig Handschriften
Rund vierzig Exemplare und Fragmente sind aus assyrischen und babylonischen Städten erhalten. Die älteste datierte Abschrift stammt aus dem Jahr 687 v. Chr., der Textinhalt entstand wohl um 1000 v. Chr. oder früher. Ein Text, der so weit verbreitet und über Jahrhunderte kopiert wurde, war keine Literatur, sondern unverzichtbares Arbeitsgerät.
Der Sammler und die Entzifferer
Der König, dessen Bibliothek die besten Abschriften bewahrte, und neun Gelehrte aus drei Jahrhunderten, die die Sternbilder identifizierten, das astronomische System rekonstruierten und das Kompendium in modernen Ausgaben zugänglich machten.
Assurbanipal
Der gelehrte König, dessen Bibliothek in Ninive hervorragende Abschriften des Kompendiums neben den Vorzeichenreihen aufbewahrte. Seiner Sammelleidenschaft ist es zu verdanken, dass der babylonische Referenzhimmel bis heute gelesen werden kann.
Peter Jensen
Pionier der babylonischen Kosmologie, dessen Studie von 1890 den Grundstein dafür legte, Keilschrift-Sternnamen mit tatsächlichen Himmelsgestalten zu identifizieren – eine Arbeit, die alle späteren Editionen fortführten.
Franz Xaver Kugler
Jesuitischer Astronom und Assyriologe, dessen Bände zur babylonischen Sternkunde das System der Himmelspfade, Aufgänge und Kalenderschemata rekonstruierten, in dem MUL.APIN verankert ist.
Ernst Weidner
Gab 1915 ein grundlegendes Handbuch der babylonischen Astronomie heraus, das die Astrolabien und das Material von MUL.APIN behandelte, und widmete seine Laufbahn der systematischen Ordnung der Tontafelfragmente.
Johann Schaumberger
Vollendete nach Kuglers Tod dessen monumentales Werk und verfeinerte die Sternidentifikationen sowie die astronomischen Berechnungen hinter den babylonischen Listen.
Bartel van der Waerden
Mathematiker und Wissenschaftshistoriker, dessen Untersuchungen zu den 36 Sternen und den Anfängen der Astronomie die Astrolabien und MUL.APIN in die Entwicklungsgeschichte hin zur mathematischen Astronomie einordneten.
David Pingree
Veröffentlichte 1989 gemeinsam mit Hermann Hunger die erste vollständige moderne Edition von MUL.APIN und verfolgte die Rezeption babylonischer Sternlehre in der Astronomie und Astrologie Indiens, Irans und Griechenlands.
Hermann Hunger
Mitherausgeber beider maßgeblichen modernen Editionen des Kompendiums (1989 mit Pingree, 2018 mit Steele) sowie führender Erforscher des astronomischen Beobachtungskorpus Mesopotamiens.
Wayne Horowitz
Edierte die Astrolabien (die Vorläuferlisten der Drei Sterne je Monat) und rekonstruierte die kosmische Geographie der Pfade von Enlil, Anu und Ea im mesopotamischen Denken.
John Steele
Gemeinsam mit Hunger Herausgeber der Standardausgabe von 2018, die alle vierzig Manuskripte neu kollationierte und den praktischen Zweck der schematischen Berechnungen grundlegend neu bewertete.
Was MUL.APIN ist
MUL.APIN ist das grundlegende Handbuch der babylonischen Astronomie vor der Einführung des Tierkreises und mathematischer Planetentheorien: zwei Keilschrifttafeln, die in fester Reihenfolge all jenes Wissen sammeln, das ein Gelehrter für die Himmelsbeobachtung benötigte. Das Werk verzeichnet Sterne und Sternbilder nach Himmelsregionen, bestimmt ihre heliakischen Aufgänge im Jahreslauf, benennt die Sternbilder auf der Mondbahn, gibt die Sichtbarkeitsperioden der fünf Planeten an, legt Regeln zur Kalenderkorrektur fest und tabelliert Schattenlängen sowie Füllmengen von Wasseruhren zur Zeitmessung. Der Titel entspricht schlicht seinem ersten Wort: Das Werk beginnt mit dem Stern mulAPIN (dem Pflugstern), und Keilschrifttexte wurden traditionell nach ihrer Anfangszeile zitiert. Zusammengestellt um 1000 v. Chr. oder etwas früher aus älterem Material, blieb es fast ein ganzes Jahrtausend lang das Standardnachschlagewerk für den babylonischen Himmel.
Die drei Pfade des Himmels
Das zentrale Ordnungsprinzip des Kompendiums ist die Aufteilung des Himmels in drei Zonen anhand der Aufgangspunkte am östlichen Horizont: der Pfad des Enlil im Norden, der Pfad des Anu in der Mitte entlang des Himmelsäquators und der Pfad des Ea im Süden. Jeder Stern gehört zu einem Pfad und damit zu einem Gott. Dieses Schema wirkt auf den ersten Blick theologisch, funktioniert jedoch als präzise astronomische Einteilung: Es legt den Deklinationsbereich eines Gestirns fest, sodass ein geschulter Schreiber wusste, wo und wann ein Stern aufgehen würde. Es ist das früheste bekannte System zur Erfassung des gesamten sichtbaren Firmaments, dessen Grundgedanke in der modernen Einteilung in nördliche, äquatoriale und südliche Himmelszonen fortlebt.
Der Sternkatalog und der Aufgangskalender
Tafel 1 beginnt mit dem eigentlichen Katalog: 66 Sterne und Sternbilder, Pfad für Pfad geordnet, samt ihren göttlichen Zuordnungen. Hier begegnen uns die Gestalten des babylonischen Himmels in ihrer originalen Anordnung: der Pflug, der Greis, der Krummstab, die Großen Zwillinge, der Krebs, der Löwe, der Himmelsstier, der Wahre Hirt des Anu, der Pfeil, der Adler, der Fisch, der Skorpion und der Ziegenfisch. Daran schließt sich der Aufgangskalender an: die Daten, an denen die wichtigsten Sterne in einem idealisierten 360-Tage-Jahr aus zwölf Monaten zu je dreißig Tagen erstmals vor der Morgendämmerung aufgingen, sowie Verzeichnisse von Sternen, deren Aufgang mit dem Untergang anderer zusammenfiel. Beide Abschnitte verwandelten das Firmament in einen Kalender und machten den bürgerlichen Kalender am Himmel überprüfbar.
Die Zenitsterne (Ziqpu-Sterne)
Ein weiteres Verzeichnis widmet sich den Ziqpu-Sternen: jenen Gestirnen, die im Laufe der Nacht nacheinander genau im Zenit über den Beobachter hinwegziehen. Ihre Funktion war rein zeitmessend (horologisch). In jeder klaren Nacht verriet der im Zenit stehende Stern die genaue Nachtwache und Stunde; babylonische Berichte über Mondfinsternisse datierten den Beginn und Verlauf exakt nach dem gerade kulminierenden Ziqpu-Stern. Zusammen mit der Wasseruhr für bewölkte Nächte besaß Babylon damit eine verlässliche Nachtuhr, lange bevor die Astronomie als eigenständige Wissenschaft benannt wurde.
Der Pfad des Mondes
Mitten auf Tafel 1 findet sich die historisch folgenreiche Aufzählung: die Sternbilder „im Pfad des Mondes“, jene Konstellationen, durch die der Mond und mit ihm Sonne und Planeten ziehen. MUL.APIN verzeichnet 18 solcher Gestalten, darunter den Himmelsstier, die Großen Zwillinge, den Krebs, den Löwen, die Ackerfurche mit ihrer Kornähre, die Waage, den Skorpion, den Bogenschützen Pabilsag, den Ziegenfisch, den Großen mit seinen Wasserströmen, die Schwalbenschwänze (Fischschwänze) und den Tagelöhner. Reduziert man diese Liste auf zwölf gleich große Abschnitte von je 30 Grad, erhält man den Tierkreis – genau diesen Schritt vollzogen babylonische Astronomen um das fünfte Jahrhundert v. Chr. Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische und Widder sind die direkten Nachfahren dieser babylonischen Reihe und haben selbst ihre bildlichen Motive weitgehend bewahrt.
Die fünf Wandelsterne
Tafel 2 wendet sich vom Fixsternhimmel den Körpern zu, die ihren Ort beständig verändern: Jupiter, Venus, Mars, Saturn und Merkur. Das Kompendium hält die Zeitspannen fest, in denen jeder dieser Planeten sichtbar bzw. unsichtbar bleibt. Auch wenn es sich dabei eher um schematische Näherungswerte als um Vorhersagetheorien handelt, ist der wissenschaftliche Ansatz unverkennbar: Planetenbewegungen werden als gesetzmäßig verstanden, ihr Verschwinden wird messbar, ihre Wiederkehr berechenbar. Von diesen frühen Periodenschemata bis zu den mathematischen Ephemeriden der Seleukidenzeit spannt sich ein kontinuierlicher Entwicklungsweg durch Jahrhunderte systematischer astronomischer Tagebücher.
Kalenderkorrektur und Schaltmonate
Da ein babylonischer Monat stets mit der ersten Sichtung der Mondsichel begann und zwölf Mondmonate rund elf Tage kürzer sind als ein Sonnenjahr, geriet der Kalender gegenüber den Jahreszeiten ins Wandern. MUL.APIN liefert die Schaltregeln: Man vergleicht den Stand des Mondes zu den Plejaden und anderen Leitsternen und beobachtet, welche Gestirne in welchem Monat heliakisch aufgehen. Klaffen Himmelsstand und Datum um einen Monat auseinander, wird ein dreizehnter Monat eingeschaltet. Zugleich legt das Kompendium den theoretischen Rahmen fest, indem es Tagundnachtgleichen und Sonnenwenden auf den 15. Tag der Monate eins, vier, sieben und zehn des schematischen Jahres datiert. Diese Interkalation blieb jahrhundertelang ein empirisches Urteil geschulter Gelehrter, bevor sie im regelmäßigen 19-jährigen Zyklus fixiert wurde, der bis heute den jüdischen Kalender und die christliche Osterberechnung bestimmt.
Schatten und Wasser: Die Zeitmessung
Die abschließenden technischen Abschnitte des Kompendiums gelten den Uhren. Eine Schattentabelle beschreibt die Länge des Schattens eines Gnomons (eines senkrechten Stabes) im Tagesverlauf zu verschiedenen Jahreszeiten. Eine weitere Tabelle nennt das Wassergewicht, das nachts in eine Auslaufuhr (Klepsydra) gefüllt werden muss, damit sie bei Tagesanbruch leer ist. Dabei wird die längste Nacht mit dem doppelten Gewicht der kürzesten berechnet – das charakteristische babylonische Verhältnis von 2:1, das mathematisch handlich ist, aber die tatsächliche geografische Breite Babylons idealisiert. Tagsüber der Schatten, nachts Wasseruhr und Zenitsterne: Das Instrumentarium deckte die vollen 24 Stunden ab, denn ein Himmelszeichen, dessen Nachtwache nicht exakt bestimmt wurde, verlor seinen Nutzen für die Vorhersage.
Die Vorläufer: Drei Sterne je Monat
MUL.APIN erfand sein Ordnungssystem nicht aus dem Nichts. Ältere Textsammlungen, die herkömmlich als Astrolabien bezeichnet werden (obwohl sie mit dem späteren astronomischen Rechengerät wenig gemein haben), ordnen jedem der zwölf Monate drei Sterne zu, jeweils einen aus jedem Himmelsstreifen – insgesamt 36 Sterne, teils in konzentrischen Kreisen gezeichnet. Das besterhaltene Exemplar, das Astrolab B aus Assur, datiert um 1100 v. Chr. Das Kompendium MUL.APIN übernahm dieses Konzept, berichtigte astronomische Positionen und löste die älteren Listen ab. Die Astrolabien belegen jedoch, dass die mesopotamische Methode der Himmelsbuchführung bereits im zweiten Jahrtausend v. Chr. fest etabliert war.
Das Lehrbuch der Vorzeichendeuter
Tafel 2 schließt mit einer Sammlung von Himmelsomina, und dieser Anhang offenbart den praktischen Zweck des Werkes: MUL.APIN stand im Dienst der Divination. Gelehrte, die den Himmel nach den Zeichen der Reihe Enuma Anu Enlil absuchten, mussten zweifelsfrei wissen, welcher Stern am Firmament stand, wann sein Aufgang fällig war, ob der Kalender mit den Gestirnen übereinstimmte und zu welcher Nachtwache ein Phänomen eintrat. Das Kompendium lieferte exakt diese Fakten. In den Briefen an die assyrischen Könige bildeten beide Werke ein untrennbares Paar: MUL.APIN beschrieb das Soll-Verhalten des Himmels, die Vorzeichenreihe deutete die Abweichungen. Astronomische Grundlagenforschung und angewandte Astrologie bildeten für die mesopotamischen Schreiber eine unteilbare Einheit.
Überlieferung und moderne Editionen
Rund vierzig Handschriften und Fragmente sind erhalten, unter anderem aus Ninive, Assur, Kalhu, Babylon und Uruk. Die älteste datierte Abschrift entstand 687 v. Chr., doch der Inhalt ist deutlich älter: Die Forschung datiert die Entstehung des Textes auf etwa 1000 v. Chr., wobei manche Beobachtungsdaten noch weiter zurückreichen. Die modernen Ausgaben verdanken wir wenigen Spezialisten: Hermann Hunger und David Pingree legten 1989 die erste moderne Gesamtbearbeitung vor, die 2018 durch die Neubearbeitung von Hermann Hunger und John Steele als maßgebliche Edition abgelöst wurde. Die Vorläufertexte wurden von Wayne Horowitz in seinem Werk über die Astrolabien erschlossen. Dank ihrer Arbeit liegt das älteste vollständige Handbuch des Himmels heute lückenlos erschlossen vor.
Aufbau dieser Übersicht
Die Übersichtskarten oben folgen dem Aufbau des antiken Kompendiums: die drei Pfade und der Sternkatalog, die darauf aufbauenden Aufgangskalender und Uhren, der Mondpfad als Wiege des Tierkreises, die Wandelsterne, die früheren Astrolabien sowie der Vorzeichenanhang, der den Anwendungszweck verdeutlicht. Zur großen Vorzeichenreihe, der dieses Handbuch zuarbeitete, führt die Seite zu Enuma Anu Enlil; zur Einbettung beider Werke die Seite über die babylonische Vorzeichenastrologie. MUL.APIN und sein Himmelsbild sind in allen 52 Sprachen Teil des Kompendiums der Tarot Academy.
Häufig gestellte Fragen
Neueste Beiträge
Erfahren Sie mehr über die Symbolik und Bedeutung der Tarotkarten. Unser Blog bietet praktische Anleitungen und Einblicke in das Tarot-Legen.