ely
ein Laut, kein Wort
Ein Buchstabe für einen Laut, den die Sprache verloren hat
Glyphen werden im Unicode dargestellt und von links nach rechts angeordnet. Da beide Schriften von rechts nach links geschrieben werden, dienen diese Zeilen der Übersicht und sind keine Faksimiles.
- Sound
- ly /j/
- Position
- 27
- Group
- Konsonanten
- Unicode
- U+10CD7
Ein verschmolzenes Phonem
Ely steht für einen Laut, der einst ein palataler Lateral war: ähnlich dem lli in Million, deutlich unterschieden von l wie von j.
Das moderne Ungarisch hat ihn verloren. In der Standardsprache werden ly und j identisch ausgesprochen, beide als /j/. Der Unterschied überlebt lediglich in der Rechtschreibung: Man muss ihn sich Wort für Wort einprägen, weil die Aussprache keinerlei Anhaltspunkt liefert, welches Zeichen zu verwenden ist.
Rovás erbte dafür ein eigenes Zeichen. Der Buchstabe befindet sich heute in derselben Lage wie der lateinische Digraph: eine schriftliche Unterscheidung, hinter der kein gesprochener Laut mehr steht.
Warum der Buchstabe bleibt
Weil das moderne Rovás darauf ausgelegt ist, die moderne ungarische Orthografie exakt abzubilden, und die ungarische Rechtschreibung unterscheidet nach wie vor zwischen ly und j. Ließe man den Buchstaben weg, könnte die Schrift ungarische Texte nicht mehr eins zu eins übertragen, was das erklärte Ziel der Wiederbelebung ist.
Deshalb überdauert ely aus demselben Grund wie im lateinischen Alphabet: nicht weil der Laut noch gesprochen würde, sondern weil das Schriftsystem daran festhält.
Häufig gestellte Fragen
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