Samana
Samāna · समान
Der Wind, der sammelt und ordnet. Am Nabel zwischen dem einwärts und dem abwärts gerichteten Wind gelegen, führt er das Aufgenommene zum Zentrum und scheidet Nutzbares von Unbrauchbarem.
- Sitz
- Der Nabel
- Richtung
- Einwärts zur Mitte
- Regiert
- Verdauung, Assimilation, Unterscheidung des Brauchbaren
- Sein Zentrum
- Solarplexuschakra
- Sein Kanal
- Vishvodhara
- Wirkt mit
- Agni, dem Verdauungsfeuer
Was er bewirkt
Samana ist der Wind der Verarbeitung. Prana bringt Nahrung, Atemluft und Eindrücke herein; apana scheidet Abfallstoffe aus; samana wirkt im Zwischenraum beider Kräfte. Im Ayurveda arbeitet er eng mit agni, dem Verdauungsfeuer, zusammen; dieses Gespann gilt als Angelpunkt der körperlichen Gesundheit.
Dieselbe Wurzel sam bedeutet Ausgleich und Gleichmaß. Das Sammeln meint hier kein Anhäufen, sondern ein Auspegeln und In-die-Mitte-Bringen der Energien.
Die stoffwechselnde Lesart
Die Übertragung auf seelische Erfahrungen ist traditionell überliefert, keine moderne Erfindung. Was für Nahrung gilt, trifft auf alles zu: ein Tag, ein Streit oder eine Nachricht müssen aufgeschlüsselt und verarbeitet werden. Geschieht das unvollständig, bleiben Rückstände zurück.
Deshalb äußert sich unverarbeitete Erfahrung in diesem System primär als Beschwerde im Nabelbereich und nicht als Kopfsache.
Praktische Arbeit mit dem Wind
Kapalabhati und agni sara setzen hier direkt an, jeweils auf nüchternen Magen und mit Bedacht, da man sich leicht übernimmt. Die stillere Übung besteht darin, eine Mahlzeit ohne Bildschirm, am Tisch und in Ruhe einzunehmen. Das klingt nach Ratschlägen aus ganz anderer Richtung, beschreibt aber punktgenau die Praxis von samana.
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