Vyana
Vyāna · व्यान
Der Wind ohne festen Sitz. Vyana durchströmt den gesamten Körper zugleich, stimmt die anderen vier Winde aufeinander ab und leitet das von Samana Verarbeitete bis in die feinsten Verzweigungen.
- Sitz
- Der gesamte Körper; kein einzelner Ort
- Richtung
- Nach außen in alle Richtungen
- Regiert
- Zirkulation, Koordination, Bewegung der Gliedmaßen
- Koordiniert
- Die anderen vier Winde
- Seine Hülle
- Pranamaya Kosha
- Seine Schicht der Aura
- Der Ätherkörper
Seine Funktion
Vyana ist der einzige der fünf Winde ohne einen festen Ort im Körper, und genau darin liegt seine Natur. Er reicht überall dorthin, wo die anderen nicht wirken: in die Gliedmaßen, die Haut, die Peripherie und in das Zusammenspiel der einzelnen Körperfunktionen.
In den klassischen Schriften ist er das Prinzip, das den Organismus zu einem zusammenhängenden Ganzen fügt, statt ihn als bloße Summe parallel ablaufender Vorgänge zu belassen.
Wenn er gestört ist
Ein geschwächter Vyana zeigt sich dort, wo Zusammenhänge abreißen: unsichere Koordination, kalte Hände und Füße, das Gefühl, aus Einzelteilen zusammengesetzt zu sein. Die ayurvedische Überlieferung verknüpft ihn eng mit dem Kreislauf, und die moderne Gewohnheit, acht Stunden am Tag reglos zu sitzen, ist die verlässlichste Art, ihn zu beeinträchtigen.
Die Abhilfe ist denkbar einfach: Bewegung.
Die praktische Arbeit
Ganzkörperliche Übungen sind hier wirksamer als isolierte Atemtechniken: Sonnengrüße, Gehen, das Lockern und Ausschütteln der Gliedmaßen sowie die abschließende Ruhephase am Ende einer Übungseinheit, in der sich die Wirkung des Vorangegangenen verteilt.
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