Die Sechs der Schwerter und die Sieben der Schwerter
Ein Fährmann lenkt sein Boot fort von unruhigen Fluten; ein Mann schleicht mit fünf Klingen aus dem Feldlager. Das Paar fragt, wie aufrichtig der Abschied ist.
Wie die beiden Karten zusammentreffen
Zwei unmittelbare Nachbarn in der Schwertreihe schildern beide einen Abschied, jedoch auf grundverschiedene Weise. In der Sechs der Schwerter stößt ein Fährmann ein flaches Boot über das Wasser, an Bord eine verhüllte Frau neben einem Kind und sechs senkrecht aufragende Klingen; die Wellen am Ruder weichen vor dem Bug spiegelglattem Wasser. Die Sieben zeigt einen Mann im bunten Wams, der auf Zehenspitzen mit fünf Klingen aus einem Kriegslager entweicht, während zwei Schwerter im Boden stecken und Soldaten an den Zelten sprechen. Die eine Reise geschieht offen und mit fremder Hilfe, die andere vollzieht sich einsam, heimlich und verstohlen.
Die Sechs setzt zumeist das Grundthema des Wandels, während die Sieben die gewählte Taktik bestimmt. Beide Karten gehören zum Element Luft, sodass Pläne, Ausreden und die eigene Aufrichtigkeit im Zentrum stehen. Der Tod, Karte XIII, fungiert als Quintessenz und unterstreicht, dass dieser Abschied ein endgültiges Kapitel besiegelt.
Kombinationen sind wiederkehrende Muster, keine starren Regeln
Die Deutungen hier beschreiben, wie sich ein Paar am häufigsten liest. Prüfen Sie jede Deutung anhand zweier Maßstäbe, bevor Sie sie anwenden. Der erste ist die Fragestellung: Dasselbe Paar bedeutet für eine Partnerschaft etwas anderes als für ein berufliches Angebot, und die Frage entscheidet, welche Seite des Paares im Vordergrund steht. Der zweite ist der Kontext, also was die fragende Person bereits über die Situation weiß, welche Position die jeweilige Karte in der Legung einnimmt und welche Karten das Paar umgeben. Weisen Frage oder Kontext in eine andere Richtung, gehen diese der allgemeinen Deutung vor. Jede Paarseite führt die am häufigsten auftretenden Ausnahmen auf.
Vier Lagen des Paares
Beide aufrecht
Ausblick: Gemischt Ja oder Nein: Noch nichtEin leiser Abschied: Der Aufbruch aus schwierigen Zeiten wird im Verborgenen vorbereitet.
Aufbruch und Diskretion verbinden sich zu einem Abgang, den niemand an die große Glocke hängt. Die Sechs trifft die bewusste Entscheidung, belastende Zustände hinter sich zu lassen; die Sieben steuert Schläue, Verschwiegenheit und das Vermeiden offener Konfrontation bei. Im besten Fall handelt es sich um einen klugen Schachzug, bei dem die fragende Person mitnimmt, was ihr zusteht, und ohne Drama weiterzieht. Im schlechteren Fall gleitet dies in Verantwortungslosigkeit ab, indem man sich selbst über die wahren Beweggründe belügt. In einer brüchigen Beziehung mag jemand heimlich Auszugspläne schmieden oder eine neue Bekanntschaft verheimlichen, was Misstrauen weckt. Beruflich deutet dies auf eine vertrauliche Stellensuche oder eine Versetzung auf unkonventionellem Weg hin. Finanzen bessern sich durch gewiefte Verhandlungen, sofern Verträge gründlich geprüft werden.
Ratschlag
Behalten Sie Ihre Pläne vorerst für sich, prüfen Sie jedoch jede rechtliche Zusage genau, bevor Sie handeln.
Sechs der Schwerter aufrecht, Sieben der Schwerter umgekehrt
Ausblick: Gemischt Ja oder Nein: Noch nichtWahrheiten drängen ans Licht: Der Übergang gelingt erst nach einer ehrlichen Abrechnung.
Die Wahrheit fordert ihren Raum, bevor das Boot ablegen kann. Unter der umgekehrten Sieben fliegen heimliche Absichten auf: Eine Täuschung wird entlarvt, ein Winkelzug scheitert oder die Person erkennt eigene Ausflüchte, gefolgt von Scham und Entlastung. Die aufrechte Sechs bietet dieser Einsicht ein rettendes Ziel in Richtung Entspannung und inneren Friedens. Die Überfahrt gelingt jedoch erst, wenn die von der Sieben geforderte schonungslose Aufrichtigkeit stattgefunden hat. In Partnerschaften kann ein enthülltes Geheimnis das Ende bedeuten oder den Weg zu wahrer Ehrlichkeit ebnen; die Wahl liegt bei den Beteiligten. Wer hintergangen wurde, kann die Kränkung verarbeiten, ohne Verbitterung mitzuschleppen. Im Beruf folgen nach aufgedeckten Unstimmigkeiten Versetzungen. Finanziell gilt: Schneller Reichtum zerrinnt rasch, wenn die Fakten nicht stimmen.
Ratschlag
Sprechen Sie Unbequemes vor Ihrem Weggang offen an, um reinen Tisch mit allen Beteiligten zu machen.
Sechs der Schwerter umgekehrt, Sieben der Schwerter aufrecht
Ausblick: Herausfordernd Ja oder Nein: NeinSchlaue Umwege statt echter Klärung: Die fragende Person weicht dem nötigen Abschied aus.
Hier verharrt man am vertrauten Ort und versucht das Problem mit Tricks zu umgehen, statt es an der Wurzel zu packen. Die Schläue der aufrechten Sieben nährt die Furcht der umgekehrten Sechs vor Veränderung; unvermeidliche Auseinandersetzungen werden virtuos umschifft, aber nie gelöst. Selbstbetrug stützt dieses Konstrukt: Die Person redet sich ein, Bleiben sei klug, und fühlt sich dennoch zunehmend gefangen. Heimliche Affären neben einer erkalteten Beziehung oder das ständige Ausweichen vor ernsten Gesprächen sind typische Erscheinungsformen. Am Arbeitsplatz laviert man im System herum, schiebt Pflichten ab und hält Informationen zurück, statt den befreienden Stellenwechsel zu vollziehen. Finanziell verstrickt man sich in fragwürdige Manöver, während Zahlungen stocken. Echte Erleichterung erfordert, Widerstände beim Namen zu nennen, statt ihnen auszuweichen.
Ratschlag
Benennen Sie das eine Problem, das Sie ständig umgehen, und entscheiden Sie verbindlich: lösen oder gehen.
Beide umgekehrt
Ausblick: Herausfordernd Ja oder Nein: NeinDer heimliche Fluchtplan scheitert: Man muss den Konsequenzen vor Ort ins Auge blicken.
Enttarnung ohne Fluchtmöglichkeit. Ein misslungener Plan, aufgedeckte Unwahrheiten oder Reue über heimliches Tun treffen auf die blockierte Sechs, die jede Ausweichroute versperrt: Die Reise platzt, der Wechsel verzögert sich und die Person muss die Suppe dort auslöffeln, wo sie eingebrockt wurde. Die Furcht vor Bloßstellung fühlt sich wie eine Falle an. Doch dieser Stillstand birgt eine Chance: Die umgekehrte Sieben verlangt ein reines Gewissen und direkte Lösungen; wo nichts mehr verheimlicht werden kann, wird ehrlicher Neubeginn möglich. Zerrüttete Partnerschaften stehen unter Spannung; die fragende Person muss ihren eigenen Beitrag eingestehen. Im Beruf bricht ein unausgegorenes Projekt in sich zusammen, und man benötigt fremden Rat. Schulden und unvorhergesehene Ausgaben erzwingen nüchterne Schadensbegrenzung.
Ratschlag
Gestehen Sie Ihren Anteil an der verfahrenen Lage einer Vertrauensperson ein und planen Sie von dort aus neu.
Wann diese Deutung abweichen kann
Geht es um die Frage, ob man einen Job oder eine Partnerschaft leise verlassen darf, befürwortet die Kombination Umsicht, verbietet aber Lüge: Kluges Schweigen ist gestattet, falsche Begründungen schaden. Steht die Ehrlichkeit eines Mitmenschen im Zweifel, zeigt die umgekehrte Sieben das, was für die fragende Person sichtbar wird, ohne fremde Gedanken zu offenbaren. Als Hindernis verkörpert die aufrechte Sieben eigene Ausflüchte, die den befreienden Schritt behindern. In vergangener Position markiert das Paar oft einen Aufbruch, der mit einem wohlgehüteten Geheimnis begann. Zeitlich regieren die Karten die zweite und dritte Dekade des Wassermanns von Ende Januar bis Mitte Februar.
Häufig gestellte Fragen
Neueste Beiträge
Erfahren Sie mehr über die Symbolik und Bedeutung der Tarotkarten. Unser Blog bietet praktische Anleitungen und Einblicke in das Tarot-Legen.